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Kaninchen ohne Namen, April 2013

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Kaninchen ohne Namen, April 2013 Kaninchen ohne Namen, April 2013

Mitte März wurde uns ein Kaninchen ins Tierheim gebracht, an das ich jetzt, einen guten Monat später noch täglich denken muss. Eine junge Frau kam mit einer Transportbox ins Büro und meinte, ihr Nachbar sei gestorben und sie wollte uns dessen Kaninchen bringen. Sie glaube, dass irgendetwas mit den Zähnen nicht in Ordnung wäre.
Als wir das hübsche Mädchen aus seiner Box nahmen, kamen mir die Tränen in die Augen. Die unteren Schneidezähne standen gut drei bis vier cm aus dem Mäulchen heraus, die oberen Schneidzähne waren im Bogen nach innen in die Backen gewachsen, so dass man gar nicht mehr sehen konnte, wie lang sie eigentlich waren. Beide Wangen waren dick angeschwollen und heiß, links lief zähflüssiger Eiter aus einem tiefen Loch. Das Kaninchen war nur noch Haut und Knochen. Natürlich wurde die Kleine sofort zum Tierarzt gebracht, der sie aber nur noch erlösen konnte.

Wären die Zähne regelmäßig gekürzt worden, könnte die Kleine jetzt vergnügt mit den anderen Kaninchen durchs Außengehege hoppeln und die ersten warmen Tage genießen.

Wir wissen natürlich nicht, ob der Besitzer körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage gewesen ist, das Tier ordnungsgemäß zu versorgen, aber dieses Tier hat sicher über Wochen oder Monate gelitten und offensichtlich ist dies niemandem aufgefallen oder niemand wollte etwas sagen. Das Kaninchen selbst konnte nicht sagen, dass es ihm nicht gut ging, es hat still vor sich hin gelitten.
Deshalb bitten wir eindringlich darum, nicht weg zu sehen, wenn es einem Tier aus irgendwelchen Gründen nicht gut geht, sei es das eigene oder das von Bekannten, Nachbarn oder Verwandten.