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Manny (Schwarzenegger)

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Manny (Schwarzenegger) Manny (Schwarzenegger) Manny (Schwarzenegger) Manny (Schwarzenegger) Manny (Schwarzenegger)

Hey,

ich bin’s – euer Schwarzenegger, Schwarzi oder Manny, wie ich mittlerweile liebevoll genannt werde. Endlich habe ich es nach fast einem Jahr in Obhut des Bertha-Bruch-Tierheims geschafft, ein neues Zuhause und Freunde für’ s Leben zu finden.

Im Oktober 2015 kam ich zusammen mit Vandamme und Stallone ins Tierheim, weil sich unser Besitzer nicht mehr um uns kümmern konnte. Eigentlich wollten wir zu dritt zusammenbleiben, aber uns wurde schnell klar, dass dies schwierig werden würde. Nach einiger Zeit bekam Vandamme ein echt tolles Zuhause angeboten und so beschlossen wir schweren Herzens, uns zu trennen. Stallone und ich wollten gerne weiter zusammen leben, aber Anfragen bekamen wir leider keine. Im Sommer verbesserte sich zunächst unsere Situation: Wir konnten in ein großes Außengehege ziehen, in dem neben so ein paar komischen Meerschweinen auch eine Dame namens Schnuffi lebte. Zuerst habe ich mich total gefreut, mal wieder ein neues Gesicht zu sehen, was in diesem Fall sogar zu einem echt flauschigen Weibchen gehörte! Doch auch Stallone ließen diese Reize nicht unberührt und so musste ich eines Tages entsetzt feststellen, dass Stallone und Schnuffi sich lieber mochten als mich. Plötzlich war ich nur noch das dritte Rad am Wagen! Stallone und ich haben uns von da an ständig gestritten und unsere Freundschaft ging in die Brüche…

Aber ein Unglück kommt ja bekanntlich selten allein: Beim Toben habe ich mir eine Verletzung am Auge zugezogen. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich keinen Appetit mehr hatte und nur noch in der Ecke lag. Es ging mir richtig schlecht und ich wurde depressiv. In diesem Zustand fand mich eine nette Ehrenamtliche und ich wurde zum Tierarzt gebracht. Er meinte, dass mein Auge so schlimm verletzt ist, dass ich wahrscheinlich erblinden würde. Ich musste zu einer Pflegestelle ziehen, weil man sich dort besser um das Auge kümmern konnte. In den folgenden Wochen wurde ich nicht nur sieben Mal täglich mit Augentropfen und ekligem Schmerzmittel gequält – nein, ich musste wegen dieser blöden Verletzung auch noch alleine leben. Außerdem wurde ich ständig wegen Untersuchungen zum Tierarzt geschleppt – manchmal zweimal wöchentlich! Dass die Menschen um mein Augenlicht kämpften, wurde mir erst bewusst, als nach einiger Zeit die Schmerzen weniger wurden und ich etwas besser sah. Trotzdem zog sich das Prozedere noch mehrere Wochen hin. Das war ein Stress, kann ich euch sagen. Im Laufe dieser Zeit knüpfte ich aber langsam Vertrauen zu diesen neuen Menschen um mich herum und war froh, dass die Pflegefrau immer beim Tierarzt dabei war, um mich zu beruhigen. Auch in meinem eigenen Reich fühlte ich mich immer wohler und konnte mich dort allmählich von meinen Strapazen erholen.

Bis zu dem einen Tag, als ich plötzlich zusammen mit zwei mir unbekannten Artgenossen in ein anderes, größeres Gehege gesetzt wurde. Unser erstes Zusammentreffen war eine Katastrophe: Kaum pirschte ich mich an sie heran, um einmal zu schnuffeln und sie kennenzulernen, schon rannten sie wie von der Tarantel gestochen weg. Wenn ich sie dann verfolgte, wurden sie richtig hysterisch. Das Männchen – Momo – versuchte sogar, aus dem Gehege zu springen, nur um von mir wegzukommen! Das Weibchen – Minnie – war etwas neugieriger. Sie schlich sich langsam heran und wenn ich mich dann umdrehte, schaute sie schnell in eine andere Richtung, als hätte sie gar nicht versucht, sich mir zu nähern. Sobald ich wieder wegsah, kam sie näher heran. Als Detektivin würde sie nichts taugen, kann ich euch sagen! Dass die Beiden sich sehr für mich interessieren, merkte ich eines Tages, als unsere Menschen uns einer nach dem anderen herausnahmen, um nach Bissverletzungen zu schauen. Ich war so überrumpelt, dass ich mich schrecklich aufregte und immer noch schwer atmete, als ich schon längst wieder sicher in einem Häuschen im Gehege saß. Sofort kamen Minnie und Momo angerannt und jeder lugte durch eine Öffnung des Häuschens, um zu schauen, ob mit mir alles in Ordnung war. Das hat mich total gefreut und ich wurde gleich ruhiger!

Nach ein paar Wochen war das Eis endgültig gebrochen und wir sind jetzt ein meiner Meinung nach ziemlich cooles Dreiergespann. Die Zwei haben mich echt toll in ihrer Mitte aufgenommen! Sogar beim Fressen ergänzen wir uns perfekt: Momo schnappt sich den Kohl, Minnie den Salat und ich kann die Möhrchen fressen. Mein Herrchen und Frauchen sind auch super nett zu mir. Es gibt immer leckeres Futter und sie lassen mich auch in Ruhe, wenn ich alleine oder mit Minnie und Momo sein will. Deshalb gehe ich auch ab und zu ihnen und lasse mich eine Runde streicheln. Also ihr seht schon: Besser konnte es mich gar nicht treffen! Ihr werdet mich also nicht mehr im Tierheim sehen – das haben mir mein neues Frauchen und Herrchen versprochen und das glaube ich ihnen!

Mittlerweile heiße ich auch nicht mehr Schwarzenegger oder Schwarzi. Meine Familie meinte, dass es reicht, wenn man optisch sieht, dass ich adoptiert bin. Das müsste man nicht auch noch am Namen merken. Nach vielen Überlegungen wurde ich „Manny“ getauft – mir gefällt der Name und ich habe schon viele positive Rückmeldungen dazu bekommen

Ich denke oft ans Tierheim zurück und weiß, dass diese ganzen blöden Dinge nur passiert sind, damit ich heute so glücklich sein kann! Ohne den Streit mit Stallone und die Augenverletzung wäre ich vielleicht niemals hier gelandet. Ich wünsche euch anderen auch ganz viel Glück, damit ihr ein genauso tolles Zuhause mit netten Menschen und tollen Kumpels findet wie ich! Ich hab euch auch noch ein paar Fotos mitgeschickt, da seht ihr auch mal, was für eine tolle Mähne ich mir mittlerweile hab wachsen lassen!

Euer
Manny aka Schwarzenegger/Schwarzi