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Louis

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Louis Louis Louis Louis

Liebes Tierheim-Team,

nun habe ich mir ziemlich Zeit gelassen, mit dem Melden bei euch, aber ich habe mir erst ganz arg sicher sein müssen, dass ich hier bleiben kann, weil ich ja so viel Unschönes erlebt hatte.
Früher, in meinem anderen Leben.
Dann hatte ich zwar  Glück und kam ins Tierheim Saarbrücken, aber ich galt bald als Notfall, weil ich mir nicht mehr vorstellen konnte, dass ich in meinem Alter noch mal etwas Nettes erleben kann.
Vielen Tierheim-MitarbeiterInnen bin ich zwar ans Herz gewachsen, aber niemand wusste einen Platz für mich.
Am Ende war ich fast sechs Monate bei euch!

Dass nun doch alles viel besser kam, als ich es mir jemals hätte erträumen können, das lag an einigen beherzten Menschen, die den Mut hatten, mich in die Pfalz ziehen zu lassen.
Dort hatte sich eine Menschenfrau in mich verguckt.
Zuerst wusste ich gar nicht, was das wieder soll – aber ich bin abgeholt worden und danach hat man/frau sich ständig um mich gekümmert.

Louis hier, Louis dort …, dauernd gab es tolle Komplimente und eine Menge Streicheleinheiten, leckeres Essen und viel, viel gutes Zureden.
Mir hat das sogar außerordentlich gefallen, und ich habe meine Menschenfrau dafür geputzt, wie ich ein  Kaninchenmädchen geputzt hätte, wenn ich jemals eins gehabt hätte….
Nach einiger Zeit – ich hatte schon bald gemerkt, dass hier im Haus überall noch andere Kaninchen leben – wurde ich mit zwei Kameraden zusammen gebracht.
Der Kaninchenmann heißt BooBoo und ist genau so jung wie ich, er lebt schon fast immer hier und unser Mädchen ist Goldy, und sie kam auch kurz vor mir erst hier an.
Goldy ist vielleicht verschmust …., ich kann euch sagen …; den ganzen Tag könnten BooBoo und ich sie verwöhnen, das würde ihr gefallen!
Nun haben wir Drei, da wir stubenrein sind, das ganze Erdgeschoss erobert, wo wir uns immer und überall frei bewegen können, haben Couchzugang, zusätzlich ein eigenes Zimmer ohne Tür und auch noch den großen Garten zum Toben.
Ich kann das nicht so gut mit dem Hoppeln, vor allem, wenn ich länger gelegen habe.
Aber meine Menschen sagen immer, dass es schon viiiel besser geworden ist.
Naja, es waren eben „zig“ Jahre, die ich immer eingesperrt auf engstem Raum leben musste.
Heute kenne ich eingesperrt sein, gar nicht mehr.
Ich schicke euch ein paar Bilder mit, damit ihr selbst sehen könnt, wie und wo ich wohne.
Das ist mein Fürimmerzuhause, denn ich habe jetzt einen echten Nachnamen zu meinem Vornamen bekommen und einen Ausweis mit Bild, in dem meine Adresse steht!
Mit einem Aufbaumittel, das ich abends bekomme, werde ich bestimmt 100 Jahre alt und hole vieles Versäumte auf.
Aber das ist eine neue und andere Geschichte.

Herzliche Grüße, vom jetzt überaus geliebten Louis (auch liebevoll Niko-oder Saar-Louis genannt ;-))