Voransicht

Lucky, Juli 2014

Zum vergrössern, Bild anklicken!
Lucky, Juli 2014

Du bist gegangen, dein Körper nicht mehr hier, aber die Erinnerung an dich, bleibt immer ein Teil von mir.
Im Januar kam ein Anruf, indem du angekündigt wurdest, du seist schon älterer Kater, wurdest du uns beschrieben.Wir kannten dein Wesen nicht, wussten nichts von dir und hatten dich noch nie gesehen.
Mein Herz und Fürsorge gehört den alten Katzen, sie haben eine Würde, die man mit Worten nicht umschreiben kann. Ich sagte sofort zu, bot ein Alters-Ruhe-Plätzchen an. So stand ich vor deiner Box und sah dich, du hattest solche Angst vor mir, dass du mich einfach anfauchen musstest. Du warst groß, dein langes Fell machte dich noch größer. Mein Gedanke „Ohje“, hab doch nicht erwartet einen Norwegischen Waldkater zu sehen.
Die mitgebrachte Box tauschte ich zuerst gegen einen größeren Transporter für einen 7 Kg Kater. Dann ging´s nach Hause, ließ dich in meinem großen Katzenzimmer aus deinem engen Behältnis. Danach hab ich dich 2 Monate nicht mehr „ganz“ gesehen. Hast ängstlich hinter der Couch gesessen. Jeder Annäherung meinerseits wurde mit einem Fauchen und Pfotenhieb deinerseits bestraft. Ich saß viele Stunden in deinem Zimmer und habe zu dir gesprochen. Eines Tages hast du mich dafür belohnt, dem Futter, das ich dir brachte konntest du nicht widerstehen und stolziertest zu deinem Näpfchen.
Seit diesem Tag hast du dich von mir streicheln lassen, ganz vorsichtig durfte ich dein Fell kraulen. Bei jeder schnellen Bewegung bist du verschwunden. Aggressiv warst du nie, die Angst vor Füßen konntest du aber nie überwinden. Sicher hattest du auch einmal ein gutes Leben gehabt indem zu geliebt und versorgt wurdest, deine Reaktionen zeigten aber auch, dass es auch schlechte Zeiten gab.
Als reiner Wohnungskater hast du zum ersten Mal Gras an deinen behaarten Pfötchen spüren dürfen, ganz vorsichtig hast du den Garten erkundet. Die beiden Fell-Mädels die noch hier wohnten, machten dir keine Angst. Emma begrüßte dich gerne mit einem Nasenstupser, das gefiel dir.
Von Tag zu Tag fühltest du dich wohler, warst angekommen in deinem neuen Zuhause. Die Regeln unserer Streichel-Rituale hast du erstellt, befolgte ich sie nicht, hast du mich es sofort wissen lassen. Im Gegenzug durfte ich dein Fell und Bäuchlein richtig durchkneten, das mochtest du sehr gerne.
Das deine Nieren nicht gesund waren, wussten wir. An dem Sonntag, an dem es dir so schlecht ging, sodass ich dich in die Tierklinik bringen musste, ahnte aber noch keiner, das du sehr krank warst.
Die Tierärzte kämpften noch um dein Leben. Als der Tumor in deinem Bauch gefunden wurde, wussten wir, dass dein Weg zu Ende ist.
Leicht hast du mir anfangs in unserem Zusammenleben nicht gemacht, aber das Vertrauen, das du mir dann doch geschenkt hast, hat mich mit Stolz erfreut. Du warst ein bemerkenswerter Kater, ich hätte so gerne noch viele Jahre deine versteckte liebenswerte Art entdecken wollen.
Heute hast du mir erlaubt dich zum ersten und letzten Mal im Arm zu halten, dein Köpfchen an mein Herz gepresst bist du ganz leise eingeschlafen.
Es war schön dich bei mir zu haben
Christine

Trotz allem Schmerz werde ich wieder einem Notfellchen ein Zuhause schenken. Für mich sind es vielleicht nur Wochen oder Monate, für das erwählte Kätzchen wird es der Rest seines Lebens sein...