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Gustav

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Gustav

Liebes Bertha Bruch Tierheim,

ich weiß nicht, ob Sie ihre vermittelten Tiere verfolgen, aber falls ja, muss ich Ihnen die traurige Mitteilung machen, daß mein Kater Gustav, den ich Anfang 2009 adoptiert habe (er war ein FIV positiver Notfall), diesen Dienstag an Nierenversagen, welches erst im Endstadium aufgrund von Harngriess zum Vorschein kam, gestorben ist. Wir haben versucht, ihm durch Infusionen zu helfen, aber die Nieren wollten am Ende gar nicht mehr arbeiten. Den letzten Gang zum Tierarzt konnte ich ihm ersparen, er ist bei mir zuhause auf dem Schoß weggedämmert und hat nicht gelitten.

Bis zu seinem Tod war er ansonsten gesund, ein verschmuster und glücklicher alter Herr, er hat sich auch immer gerne mit Leine auf den Balkon führen lassen und hat sich über sein "Katzenkino" (Meisenknödel mit Besuchern) gefreut.

Ich schreibe Ihnen die Geschichte auch, damit Sie sie evtl. anderen Menschen, die sich mit der Diagnose "FIV" bei einer Adoptivkatze schwertun, weitererzählen können. Der "Notfall" Gustav war für meinen Mann und mich kein Not-, sondern ein Glücksfall. Das einzig "negative" an ihm war, daß er am Anfang sehr verunsichert und anhänglich war und nachts kontrollieren kam ob ich noch da bin, mit Hilfe von zärtlichem Pfotengepatsche ins Gesicht, oder dass er manchmal nachts angefangen hat mich zu putzen. Er war ein unkompliziertes, braves, freundliches und anhängliches Tier ohne die geringsten Agressionen, Kratz- oder Beißversuche, welches sogar auf seinen Namen gehört hat. In meinen mehr als zwei Jahren mit ihm hat er mich nur einmal angefaucht, am ersten Tag als ich ihn hatte, weil er sich vor einem Vorhang erschreckt hat. Sogar wenn er meine Hände und Füße gejagt hat ging das spur-und schmerzlos ab.

Vielleicht ermutigt diese Geschichte Menschen die wegen einer Katze zu Ihnen kommen, sich von FIV nicht entmutigen zu lassen. Bis zu der Harnröhrensache waren wir nur wegen Impfungen beim Tierarzt.

Auf jeden Fall wissen Sie jetzt Bescheid, was aus Gustav geworden ist!

Mit freundlichen Grüßen

Heike Wech