Voransicht

Benno, November 2011

Zum vergrössern, Bild anklicken!
Benno, November 2011 Benno, November 2011 Benno, November 2011
Unser
Glückspilz
BENNO

Nachdem ich Benno fast drei Jahre im Tierheim mit betreut habe und er nicht vermittelt wurde, nahm ich ihn bei mir auf. Benno wohnt jetzt seit 2 Monaten bei mir und wir haben schon einiges erlebt, aber diese Geschichte ist es wirklich wert gelesen zu werden.

Wir kamen gerade von unserem Morgenspaziergang, als ich im Radio hörte, dass zwischen Eschringen und Ormesheim ein Hund auf der Fahrbahn herumläuft. Da ich noch Leckerlies im Auto hatte fuhr ich einfach mal die Straße entlang, in der Hoffnung ihn zu sehen und ihn evtl. anlocken zu können. Tatsächlich lief der Hund auf der Straße herum und zwar ziemlich panisch und ängstlich.

Ich hielt erstmal alle Autos an und versuchte ihn zu locken, aber er war zu misstrauisch, rannte dann aber wenigstens auf einen Feldweg wo ich ihm dann langsam hinterherfuhr, bis er auf eine Wiese rannte. Er kam mir bekannt vor und reagierte auch immer kurz, wenn ich ihn rief, aber näher als 15 Meter kam er nicht an mich heran. Da halfen auch die Leckerlies nicht.

Als er dann wieder über die Wiese geradewegs Richtung Straße rannte, war meine Angst zu groß, dass er direkt vor ein Auto rennen könnte und ich sah meine letzte Chance darin, Benno hinterher zu schicken. Meine Hoffnung war, dass der Ausreißer zu Benno vielleicht mehr Vertrauen fassen würde, als zu mir. Ich holte Benno aus dem Auto, ließ ihn neben mir „Sitz“ machen und rief nochmal nach dem Hund. Als er reagierte, schickte ich Benno hin. Der Hund wartete, bis Benno bei ihm war, sie beschnupperten sich und drehten ein paar Runden miteinander und als ich Benno dann zu mir rief, kam der andere tatsächlich mit und dachte sich wahrscheinlich: Na, wenn der wieder zu der komischen Frau zurückrennt, kann sie ja so gefährlich nicht sein. Benno setzte sich direkt neben mich und ich konnte dann sogar mit meinen Leckerlies punkten…

Ins Auto wollte er dann aber erstmal nicht einsteigen, aber auch da nahm Benno ihm die Angst und die restlichen Leckerlies taten den Rest. Jetzt musste der Ausreißer nur noch zurück zu Frauchen. Ich war mir inzwischen ziemlich sicher, dass es der Jagdhund-Mischling war, den wir gelegentlich auf unserem Spaziergang trafen, kannte aber nur den Vornamen von Frauchen. Eine andere Gassi-Freundin würde aber sicher wissen, wo sie wohnt. Also fuhren wir in die Straße, in der die Gassi-Freundin wohnt und fragten eine junge Frau, ob sie den kleinen weißen Hund Nele kennt, aber sie konnte mit dem Namen nichts anfangen. Daraufhin zeigte ich ihr Benno und fragte, ob sie einen Hund in dieser Straße kennt, der so ähnlich aussieht, denn aus Erzählungen wusste ich, dass das der Nachbarhund von Nele ist. Sie kannte ihn und schickte mich ins Haus gegenüber. Die schickten mich aber leider zum „falschen“ kleinen weißen Hund Lilly, aber deren Besitzerin kannte Nele und endlich war ich am richtigen Haus. Nele`s Frauchen erkannte Benno`s Findling und konnte mir nun endlich die Adresse von seinem Frauchen geben.

Als ich wieder zum Auto kam waren die beiden schon dicke Freunde und Benno hätte ihn wohl am liebsten behalten. Wir fuhren direkt zu Frauchen. Ich klingelt und sagte in die Sprechanlage: „Ich glaub, ich hab ihren Hund.“ Sie war einfach nur froh, ihren Hund in meinem Auto zu sehen und beim zweiten Blick ins Auto hat sie dann auch Benno erkannt. „Jetzt wissen wir wenigstens, dass die beiden sich verstehen, wenn wir uns wieder treffen.“

Als wir nach Hause kamen informierten wir erstmal die Polizei, die auch schon nach dem Hund suchte und Benno bekam einen fetten Schmatzer auf seinen dicken Kopf.

Mit einer solchen Geschichte schafft es ein „Kampfhund“ zwar eher nicht in die Bild-Zeitung, aber vielleicht in den „Tierfreund“, dessen Leserinnen und Leser sowieso mehr Hundeverstand haben :o)

Ich freue mich auf viele weitere schöne Jahre mit meinem Dickkopf und könnte mir keinen besseren Gefährten vorstellen. Er hat seine Chance mehr als verdient und mit ein paar Grundregeln und liebevoller Konsequenz ist er ein super Vertreter von allen Hunden, die einen etwas dickeren Kopf haben als andere und wirklich nur in den falschen Händen zu dem werden, was man leider viel zu oft in den Medien liest. Die Geschichten hinter den Schlagzeilen kennt man ja leider viel zu selten.

Benno und ich wünschen allen frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

(Von unserem Vereinsmitglied Vera Schnepp)