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Trockennahrung

Was gehört in Trockennahrung?
 

Von Grau Redaktionsservice
 
Statistiken besagen, dass in Deutschland mehr als 60% aller Hundebesitzer ihren Vierbeiner mit industriell gefertigtem Alleinfutter ernähren, die einen mit Feucht-, die anderen mit Trockennahrung, wobei letztere zunehmend an Bedeutung gewinnt und auch Thema dieses Beitrages sein soll. Doch wie finde ich in der Vielfalt der Angebote die für meinen Vierbeiner richtige Trockennahrung, die alles enthält, was er benötigt? Eigentlich ist das recht einfach, wenn man sich nicht durch irreführende Reklame von seinem Konzept abbringen lässt.

Alle Informationen, die der Hundefreund braucht, um die für seinen Vierbeiner geeignetste Nahrung zu bekommen, findet er auf der Verpackung. Hier hat der Gesetzgeber strenge Vorschriften erlassen, die aus der Deklaration eines Futtermittels eine komplexe Informationsquelle machen und dem Käufer wichtige Informationen liefern. Trockennahrungen können also auf der Grundlage der deklarierten Inhaltsstoffe und nach dem Energiegehalt bewertet werden. Geht es nun darum, eine in gutem Preis-Leistungsverhältnis stehende Nahrung zu finden, sollte neben der Qualität der enthaltenen Komponenten und dem Energiegehalt auch an die Akzeptanz, Verdaulichkeit und Verträglichkeit gedacht werden. Letzteres ist natürlich erst nach Probefütterungen einschätzbar. So sprechen z.B. größere Kotmengen für eine geringere Verdaulichkeit.

Die meisten Trockennahrungen bestehen zu etwa 50% aus Getreide sowie tierischen und pflanzlichen Eiweißen und anderen Komponenten (Mineralien, Vitamine, Hefe, Gemüse). Natürlich schwanken die prozentualen Zusammensetzungen je nach Art der Trockennahrung. Es ist doch logisch, dass ein an der Herde arbeitender Schäferhund mehr Energie benötigt als der brave Begleiter auf Spaziergängen, dem aber sonst keinerlei Leistung abverlangt wird. Auch die tragende bzw. säugende Hündin benötigt eine andere Nahrung als der reine Familienbegleithund. Wir wollen uns der Gruppe von Vierbeinern zuwenden, die mit Abstand die größte darstellt, die reinen Begleithunde. Sie benötigen eine Nahrung, die den reinen Erhaltungsbedarf absichert, also nicht zuviel Energie enthält.

Worin unterscheiden sich nun die angebotenen Trockennahrungen? Rein äußerlich natürlich in der Form. Es gibt feste Stücken, einander gleichend, wie z.B. Pellets und Kroketten. Die zweite im Angebot befindliche Variante sind Gemische (beispielsweise Getreideflocken mit unterschiedlichen Zusätzen).

Man kann eigentlich davon ausgehen, dass Vitamine und Mineralstoffe in allen Trockennahrungen in ausreichender Menge und Relation zueinander vorhanden sind. Was die meisten Käufer verunsichert sind die großen Unterschiede beim Eiweißgehalt, der zum Teil zwischen 18% und 31% variiert. In ihrem Buch „Ernährung des Hundes“ (Parey Buchverlag) schreiben die Professoren Helmut Meyer und Jürgen Zentek dazu „Bei einer optimalen Relation von Rohprotein zu Energie von etwa 10 : 1 für Hunde im Erhaltungsstoffwechsel sind selbst bei sehr energiereichen Produkten 25% Rohprotein ausreichend.“ Und weiter: „Da Protein zum Teil für die Akzeptanz des Futters von Bedeutung ist, besteht die Tendenz zu höheren Werten, doch eine Überschreitung der Empfehlungen von mehr als 50% bringt eher Nach- als Vorteile. Produkte mit sehr hohen Rohproteingehalten sind deshalb keineswegs besser oder gesünder.“

Die Futtermittelhersteller sind durch die Vorschriften verpflichtet, die Zutaten in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile anzugeben. So kann es kommen, dass Frischfleisch und andere wasserhaltige Zutaten die Liste anführen als seien sie die Hauptbestandteile der Nahrung. Manche Produzenten werben großflächig mit Fleischsorten wie „Geflügel“, „Lamm“ neuerdings auch „Strauß“ usw. auf den Verpackungen und erwecken so den Eindruck, dies wären die Hauptbestandteile. Nehmen wir ein Beispiel aus der Krokettenproduktion, wobei vorausgeschickt sei, dass Fleisch zu 75% aus Wasser besteht. Nach dem Kochvorgang sind demnach von sagen wir 25% Fleisch nur noch 4-5% Eiweiß vorhanden. Egal welche anderen Zutaten in welchen Mengen die Nahrung enthält, der Hersteller kann die Fleischsorte in großen Buchstaben auf die Verpackung schreiben, obwohl in Wahrheit nur 4-5% Proteine aus der Fleischquelle noch vorhanden sind und der größte Mengenanteil des fertigen Futters aus Getreide besteht.

Meyer und Zentek geben in ihrem Buch noch den einen oder anderen Tipp, die Trockenfutter noch weiteren Prüfungen unterziehen kann. So deuten z.B. Fettränder an den Verpackungen u.a. auf eventuelle Ranzigkeit des Fettes hin. Nach Öffnen der Verpackung sollte der Geruch frisch und angenehm sein, alle Abweichungen (muffig, ranzig usw.) sprechen für eine Beeinträchtigung der Qualität. Einen Hinweis auf eine sorgfältige Verarbeitung des Futters liefert der sich am Boden einer Tüte oder eines Sackes ansammelnde Abrieb, der möglichst gering sein sollte.

Zusammenfassend sei gesagt, nicht das vollmundigste Frischfleisch-Versprechen bestimmen die Qualität einer Trockennahrung, wichtig ist die richtige Relation aller Bestandteile zueinander. Und im Endeffekt ist auch das in der Werbung gezeigte appetitliche Fleischstück in der Trockennahrung nur noch als Protein vorhanden – nachdem ca. 75% Wasser entzogen wurden!

Unser Beitrag zum Wohlergehen Ihres Hundes - die Mitarbeiter der grau Spezialtiernahrung GmbH stehen mit kompetentem Rat zur Verfügung. Sie erreichen uns von montags bis freitags von 08.30 Uhr bis 18.00 Uhr unter Telefon 0 28 74 / 91 42 - 0, per Fax 0 28 74 / 43 31, per E-Mail info@grau-gmbh.de, im Internet www.grau-tiernahrung.de
 

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