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Kaninchenhaltung

Wie mache ich meine Kaninchen glücklich? Die Kaninchenberater - im Einsatz für glückliche Langohren
      
Kaninchen zählen neben Meerschweinchen noch immer zu den beliebtesten Haustieren für Kinder und Erwachsene. Sie haben leider den Ruf, äußerst bedürfnislos und pflegeleicht zu sein. Ein Vorurteil, das ihnen oft zum Verhängnis wird. Denn spätestens nach ein paar Monaten stellen die Besitzer erstaunt fest, dass das vermeintlich absolut kinderliebe und anspruchslose Tier einen eigenen Kopf hat und auch noch regelmäßig einen Tierarzt benötigt. Meist bedeutet dies leider den Umzug des Kaninchens ins örtliche Tierheim.

Soweit muss es nicht kommen! Wenn man sich - vor der Anschaffung - gründlich über die Haltungsform und die Bedürfnisse von Kaninchen informiert, kann man den Tieren ein schönes, artgerechtes Leben bieten und wird sehr viel Freude an den neuen Mitbewohnern haben. Kaninchen sind alles andere als langweilige Käfighocker. Beschäftigt man sich etwas länger mit Ihnen, versteht man, warum die Käfig- und Einzelhaltung alles andere als artgerecht ist. Bitte bieten Sie Ihrem Kaninchen mehr als nur einen grausamen kleinen Käfig! Sie werden sehen, wie Ihr Tier in Gesellschaft und mit viel Platz aufblühen wird.

Die Unterbringung in einem herkömmlichen 1,20 m Käfig stellt keine artgerechte Haltung dar! Auch wenn diese Unterbringung gerade noch dem deutschen Tierschutzgesetz entspricht und daher im Handel als Kaninchenkäfig angeboten werden darf. Die Hoppler brauchen Bewegung, damit die Muskeln nicht verkümmern und Übergewicht gar nicht erst entstehen kann. Kaninchen sollten je Tier mindestens 2m² Grundfläche 24 Stunden am Tag zur Verfügung
haben. Eine solche artgerechte Unterbringung garantiert, dass die Fellnasen auch seelisch gesund bleiben und keine Verhaltensstörungen wie z. B. massive Aggressivität, Futterneid und ähnliches entstehen.

Ein Partnertier ist zudem ein absolutes Muss! Kein Mensch oder eine andere Tierart können dem Kaninchen den Partner ersetzen. Da die Langohren keine Einzelgänger sind, ist mindestens ein zweites Kaninchen unumgänglich. Die geeignetste Konstellation für die Paarhaltung ist ein Weibchen mit einem kastrierten Rammler.

Die Außenhaltung ist sicherlich die artgerechteste Haltungsform, jedoch auch die anspruchsvollste, die nicht jeder Halter seinen Kaninchen bieten kann. Potentielle Kaninchenhalter unterliegen oft der irrigen Vorstellung, dass die Außenhaltung weniger Aufwand und Arbeit bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall. Um die Kaninchen artgerecht im Garten halten zu können ist es notwendig, ein großes Gehege von mindestens 6 m² (für zwei Tiere) zu bauen. Dieses sollte ein- und ausbruchssicher sein und als Minimum eine isolierte Schutzhütte aufweisen, in dem die Tiere Schutz finden und den
Witterungen trotzen können. Die im Handel für Außenhaltung angebotenen Ställe sind absolut ungeeignet, da die Kaninchen hier auf kleinstem Raum sitzen und hilflos Hitze, Wind oder Kälte ausgeliefert sind. Aufgrund des geringen Platzes sind sie nicht einmal in der Lage, sich durch Bewegung Wärme zu verschaffen.

In Innenhaltung können Kaninchen, ähnlich wie Wohnungskatzen, frei in der Wohnung gehalten werden. Wichtig ist aber, dass dabei Gefahrenquellen erkannt und entschärft werden (z. B. frei herumliegende Elektrokabel, giftige Pflanzen, etc.) In einem Zimmer sollte den Kaninchen ein Rückzugsort mit Schlafmöglichkeit und einer Klokiste angeboten werden. Wem eine solch gänzlich freie Haltung in der Wohnung nicht möglich ist, kann alternativ auch ein Gehege mit Freilaufgitterelementen in einem Zimmer der Wohnung errichten. Auch hier gilt die Grundregel mindestens 2 m² Grundfläche pro Tier. Im Übrigen werden Kaninchen, wie Katzen, meist stubenrein.

Für beide Haltungsformen gilt: Kaninchen stinken nicht! Falsche Einstreu und zu lange nicht gereinigte Kaninchenklos stinken! Nicht jedoch die Kaninchen!

Auch bei der Ernährung kann man einiges falsch machen. Handelsübliches, getreidehaltiges Kaninchentrockenfutter ist für eine gesunde Langohrenernährung genauso wenig geeignet wie das leider immer noch verbreitete „Brot- und Gemüse-Abfall-Füttern“. Getreide und Zucker machen die Kaninchen dick und krank. Darmerkrankungen, sowie schwere Zahnfehlstellungen sind die Folge von ungesunder Ernährung. Aus diesem Grund sollte eine Umstellung von getreidehaltigem Futter auf eine artgerechte, getreidefreie Kaninchenernährung mit viel Heu und gutem Frischfutter unbedingt zum Wohle des Kaninchens durchgeführt werden.

Dabei sollten Sie folgende Punkte beachten: Die Futterumstellung sollte langsam und kontinuierlich über 4 Wochen geschehen. Dabei wird das Trockenfutter immer weiter reduziert und der Anteil an Gemüse und anderem Frischfutter erhöht. Zusätzlich sollte qualitativ gutes Heu jederzeit zur Verfügung stehen. Niemals radikal das Trockenfutter auf einmal absetzen. Schwere Verdauungsstörungen wie Durchfälle können die Folge sein.

Füttern Sie neue Gemüse- und Obstsorten immer erst langsam an. Testen Sie erst ein kleines Stückchen aus und beobachten Sie, ob es zu Durchfällen oder anderen Verdauungsproblemen kommt. Ist dies der Fall, sollten Sie diese Gemüsesorte nicht mehr füttern. Nach etwa vier Wochen sollte das Trockenfutter komplett vom Speiseplan Ihrer Fellnasen verschwunden sein. Lediglich getrocknetes Gemüse (getreidefrei!) und Kräuter können noch als Leckerli in geringen Mengen verfüttert werden.

Es gäbe noch sehr viel mehr über die artgerechte Haltung von Kaninchen zu berichten, dies hier soll nur ein kleiner Überblick sein.

Wir, der Verein Kaninchenberatung e. V., sind eine Gruppe von Kaninchenliebhabern, die Ihr Wissen rund ums Kaninchen gerne an andere Halter und die, die es noch werden wollen, weitergeben möchten. Diese Kenntnisse haben wir uns durch jahrelange Haltung von Kaninchen und durch Mitarbeit in Tierschutzvereinen angeeignet. Zudem arbeiten wir in engem Kontakt zu Tierärzten und Tierheimen und versuchen so, unser Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Wir sind als eingetragener und gemeinnütziger Verein anerkannt. Sollten Sie Fragen zur Kaninchenhaltung oder zum Verhalten Ihrer Langohren haben oder auch Hilfe benötigen bei Vergesellschaftungen usw., dann wenden Sie sich an uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter und unsere Hilfe ist dabei völlig unentgeltlich.

Mehr Infos zu unserem Verein und die Kontaktdaten finden Sie unter www.kaninchenberatung.de
 

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